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  • Geringe Eierstockreserve: Was kann man tun und welche Möglichkeiten gibt es?

Geringe Eierstockreserve: Was kann man tun und welche Möglichkeiten gibt es?

  • 12. August 2026
Fachärztliche Untersuchung zur Beurteilung der Eierstockreserve und der weiblichen Fruchtbarkeit.

Die Diagnose einer geringen Eizellreserve kann verwirrend sein, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Dieser Befund weist auf eine geringere Anzahl verfügbarer Eizellen in den Eierstöcken hin, als erwartet, lässt jedoch für sich genommen keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis zu.

Das Alter der Frau, die Qualität der Eizellen, der Eisprung, die Gesundheit des Fortpflanzungssystems und – sofern ein männlicher Partner vorhanden ist – die Qualität der Samenflüssigkeit sind in der Tat allesamt Faktoren, die zur Fruchtbarkeit beitragen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nicht nur auf den einzelnen AMH-Wert zu verlassen, wenn Untersuchungen eine geringe Eierstockreserve aufzeigen, sondern sich an einen Spezialisten zu wenden, um die eigene Fortpflanzungssituation umfassend beurteilen zu lassen und zu verstehen, welche Möglichkeiten in Betracht gezogen werden können.

Was ist die Eierstockreserve?

Die Eierstockreserve bezeichnet den Bestand an Follikeln, der zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben in den Eierstöcken vorhanden ist. Jede Frau wird mit einer bestimmten Anzahl von Eizellen geboren, die im Laufe der Jahre durch einen physiologischen Prozess allmählich abnimmt.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Eizellreserve also auf natürliche Weise ab. Die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, variiert jedoch von Person zu Person: Aus diesem Grund können Frauen gleichen Alters sehr unterschiedliche Werte der Eizellreserve aufweisen.

Eine verminderte Eierstockreserve bedeutet, dass eine geringere Anzahl potenziell rekrutierbarer Follikel zur Verfügung steht – eine besonders wichtige Information bei der Beurteilung des Eierstockansprechens auf eine mögliche Stimulation im Rahmen einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung (PMA).

Wie stellt man fest, dass man eine geringe Eierstockreserve hat?

Die Beurteilung der Eierstockreserve basiert nicht auf einer einzigen Untersuchung. Der Facharzt berücksichtigt in der Regel verschiedene Parameter, darunter:

  • Anti-Müller-Hormon (AMH), gemessen anhand einer Blutentnahme
  • Antralfollikelzahl (AFC), ermittelt mittels transvaginaler Ultraschalluntersuchung
  • Das Alter der Frau ist entscheidend für die korrekte Interpretation der Ergebnisse
  • persönliche und gynäkologische Anamnese.

In einigen Fällen können auch andere Hormonwerte wie FSH und Östradiol untersucht werden.

Der AMH-Wert sollte daher weder isoliert betrachtet noch einfach mit dem anderer Frauen verglichen werden: Er muss im individuellen klinischen Kontext betrachtet werden.

Bedeutet ein niedriger AMH-Wert, dass man unfruchtbar ist?

Nein. Ein niedriger AMH-Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine Unfruchtbarkeit vorliegt.

Das Anti-Müller-Hormon ist in erster Linie ein Indikator für die Anzahl der verbleibenden Eierstockfollikel und kann dabei helfen, das mögliche Ansprechen der Eierstöcke auf eine ovarielle Stimulation vorherzusagen. Es misst nicht direkt die Qualität der Eizellen und kann für sich allein nicht vorhersagen, ob eine Frau eine spontane Schwangerschaft erreichen wird oder nicht.

Eine Frau mit niedrigem AMH-Wert kann daher weiterhin Eisprungen haben und spontan schwanger werden. Gleichzeitig kann eine verminderte Eizellreserve ein wichtiger Faktor bei der Familienplanung sein, insbesondere mit zunehmendem Alter.

Sind die Eierstockreserve und die Eizellqualität dasselbe?

Das ist ein grundlegender Unterschied: Quantität und Qualität der Eizellen sind keine Synonyme.

Untersuchungen zur Eizellreserve liefern in erster Linie Informationen über die Anzahl der verfügbaren Follikel. Die Qualität der Eizellen hängt hingegen vor allem vom Alter der Mutter ab und lässt sich nicht direkt anhand des AMH-Wertes messen.

Beispielsweise können zwei Frauen mit demselben AMH-Wert, aber unterschiedlichem Alter unterschiedliche Fortpflanzungsperspektiven haben.

Es ist daher wichtig, dem AMH-Wert keine Bedeutung beizumessen, die er nicht hat: Ein niedriger Wert allein lässt weder Rückschlüsse auf die Qualität der Eizellen noch auf die zukünftigen Chancen auf eine Schwangerschaft zu.

Was können die Ursachen für eine geringe Eierstockreserve sein?

Der Rückgang der Eizellreserve ist in erster Linie ein altersbedingtes physiologisches Phänomen. Bei manchen Frauen kann er jedoch bereits früher eintreten.

Zu den Faktoren, die mit einer Verringerung der Eierstockreserve in Verbindung gebracht werden können, gehören:

  • Alter
  • genetische Veranlagung
  • Chirurgische Eingriffe an den Eierstöcken
  • bestimmte Erkrankungen der Eierstöcke
  • Endometriose, insbesondere wenn sie die Eierstöcke betrifft
  • Krebsbehandlungen wie Chemotherapie und Strahlentherapie
  • bestimmte genetisch bedingte oder Autoimmunerkrankungen.

In anderen Fällen lässt sich hingegen keine konkrete Ursache feststellen.

Was ist zu tun, wenn sich herausstellt, dass man eine geringe Eierstockreserve hat?

Zunächst sollte das Ergebnis gemeinsam mit einem Spezialisten für Reproduktionsmedizin im Kontext betrachtet werden. Die zu verfolgende Strategie hängt nämlich vom Alter, dem Kinderwunsch, der Krankengeschichte und anderen Faktoren ab, die die Fruchtbarkeit beeinflussen können.

1. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf den AMH-Wert

Ein niedriger AMH-Wert kann Anlass zur Sorge geben, insbesondere wenn das Ergebnis ohne fachärztliche Erläuterung interpretiert wird.

Die Untersuchung sollte hingegen auch eine Ultraschalluntersuchung mit Zählung der Antralfollikel, das Alter, die Anamnese sowie etwaige weitere vom Arzt angeordnete Untersuchungen umfassen.

2. Das eigene Familienplanungsprojekt abwägen

Ob man sich eine Schwangerschaft sofort oder erst in Zukunft wünscht oder ob man bereits versucht, schwanger zu werden, hat erheblichen Einfluss auf den zu erwägenden Weg.

Bei einer verminderten Eierstockreserve, insbesondere wenn bereits der Kinderwunsch besteht, kann es sinnvoll sein, , eine fachärztliche Untersuchung nicht aufzuschieben.

3. Auch die anderen Faktoren der Fruchtbarkeit berücksichtigen

Die Fruchtbarkeit hängt nicht ausschließlich von der Eizellreserve ab.

Bei Schwierigkeiten, schwanger zu werden, kann es je nach Einzelfall erforderlich sein, den Eisprung, die Durchgängigkeit der Eileiter, die Form der Gebärmutter und andere Aspekte der gynäkologischen Gesundheit zu untersuchen.

Wenn ein männlicher Partner an der Familienplanung beteiligt ist, kann auch die Untersuchung der Samenflüssigkeit Teil der diagnostischen Abklärung sein.

4. Die verfügbaren Möglichkeiten mit dem Facharzt besprechen

Nach Abschluss der Untersuchung kann der Arzt entscheiden, ob es sinnvoll ist, die spontane Schwangerschaftsversuche für einen bestimmten Zeitraum fortzusetzen oder eine medizinisch unterstützte Fortpflanzungin Betracht zu ziehen.

Die Entscheidung hängt nicht ausschließlich vom AMH-Wert ab, sondern von der Gesamtheit der individuellen und reproduktiven Merkmale der Person oder des Paares.

Geringe Eierstockreserve und assistierte Reproduktion

Die Eierstockreserve ist im Rahmen der assistierten Reproduktion von besonderer Bedeutung, da sie das Ansprechen auf die Stimulation der Eierstöcke beeinflussen kann.

Eine Frau mit einer verminderten Reserve könnte während eines Stimulationszyklus eine geringere Anzahl an Follikeln und folglich auch an Eizellen bilden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Behandlung zwangsläufig unmöglich oder unwirksam ist.

Das Protokoll wird vom Facharzt auf der Grundlage der individuellen Merkmale festgelegt, wobei Faktoren wie Alter, AMH-Wert, Anzahl der Antralfollikel, bisherige Reaktionen auf eventuelle Stimulationen und die Krankengeschichte berücksichtigt werden.

In einigen Fällen können Techniken wie die IVF oder ICSIin Betracht gezogen werden. Wenn die Verwendung der eigenen Eizellen keine ausreichenden Aussichten bietet, kann der Facharzt zudem mit der Patientin weitere Behandlungsmöglichkeiten besprechen, einschließlich der assistierten Reproduktion mit gespendeten Eizellen.

Lässt sich die Eizellreserve erhöhen?

Derzeit gibt es keine Behandlungsmethoden, mit denen sich die Anzahl der Eizellen in den Eierstöcken erhöhen oder die verlorene Eizellreserve wiederherstellen lässt.

Ein ausgewogener Lebensstil – der eine abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, den Verzicht auf das Rauchen und einen maßvollen Alkoholkonsum umfasst – ist wichtig für die allgemeine Gesundheit und die Fortpflanzungsfähigkeit, kann jedoch die Eizellreserve nicht wieder auf das vorherige Niveau zurückbringen.

Man sollte daher bei Nahrungsergänzungsmitteln, Diäten oder Behandlungen, die ohne fundierte wissenschaftliche Belege als Mittel zur „Steigerung des AMH-Spiegels“ oder zur Regeneration der Eizellreserve angepriesen werden, Vorsicht walten lassen.

Wann sollte man sich an einen Spezialisten wenden?

Eine fachärztliche Untersuchung kann besonders hilfreich sein, wenn die Untersuchungen eine für das Alter geringere Eierstockreserve zeigen, vor allem wenn der Wunsch nach einem Kind besteht.

Es ist außerdem ratsam, die Situation genauer zu untersuchen, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen, wie beispielsweise frühere Eingriffe an den Eierstöcken, Endometriose, eine familiäre Vorbelastung für eine vorzeitige Menopause oder Behandlungen, die die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigen könnten.

Wenn Sie bereits versuchen, schwanger zu werden, hängt der Zeitpunkt, zu dem Sie mit den Untersuchungen beginnen sollten, auch von Ihrem Alter und Ihrer Krankengeschichte ab. Liegen bekannte Faktoren vor, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, kann es ratsam sein, sich an einen Facharzt zu wenden, ohne die üblicherweise für die Diagnose einer Unfruchtbarkeit vorgesehenen Fristen abzuwarten.

Geringe Eierstockreserve: Eine individuelle Beurteilung ist der erste Schritt

Die Feststellung einer geringen Eierstockreserve bedeutet nicht automatisch, dass eine Schwangerschaft nicht möglich ist. Vielmehr handelt es sich dabei um eine wichtige Information über die eigene Fortpflanzungsgesundheit, die im Zusammenhang mit dem Alter und anderen Faktoren der Fruchtbarkeit gewertet werden muss.

Aus diesem Grund ist es wichtig, Schlussfolgerungen zu vermeiden, die ausschließlich auf dem AMH-Wert basieren, und sich stattdessen auf eine umfassende fachärztliche Untersuchung zu verlassen.

In unserer Klinik Next Fertility Eubios können Sie eine Fruchtbarkeitsuntersuchung durchführen lassen und gemeinsam mit den Spezialisten die Bedeutung der Untersuchungsergebnisse eingehend besprechen, um so den für Ihre klinische Situation und Ihren Kinderwunsch am besten geeigneten Weg zu finden.

 

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur geringen Eierstockreserve

Kann man bei einem niedrigen AMH-Wert auf natürliche Weise schwanger werden?

Ja, eine spontane Schwangerschaft ist auch bei einem niedrigen AMH-Wert möglich. Der AMH-Wert gibt vor allem Aufschluss über die Eizellreserve und bestimmt allein nicht die Fähigkeit, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Alter, Eisprung, Gesundheit der Eileiter und andere reproduktive Faktoren müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

Ab welchem AMH-Wert besteht Anlass zur Sorge?

Es gibt keinen einheitlichen Wert, der für alle Frauen gilt. Der AMH-Wert muss im Zusammenhang mit dem Alter, der Anzahl der Antralfollikel und dem individuellen klinischen Bild interpretiert werden, wobei auch die vom Labor verwendeten Referenzwerte zu berücksichtigen sind.

Bedeutet eine geringe Eierstockreserve eine vorzeitige Menopause?

Nicht unbedingt. Eine verminderte Eierstockreserve und eine vorzeitige Eierstockinsuffizienz sind unterschiedliche Zustände. Ein niedriger AMH-Wert allein lässt keine genaue Vorhersage darüber zu, wann die Menopause einsetzen wird.

Kann sich eine geringe Eierstockreserve verbessern?

Die Anzahl der Eizellen nimmt im Laufe der Zeit physiologisch ab, und es gibt keine nachweislich wirksamen Therapien, mit denen sich die Eizellreserve wiederherstellen lässt. Eventuelle Schwankungen der AMH-Werte im Zeitverlauf deuten nicht zwangsläufig auf eine tatsächliche Zunahme des Eizellbestands hin.

Verringert eine geringe Eierstockreserve die Erfolgsaussichten einer assistierten Reproduktion?

Dies kann sich auf die Reaktion auf die Stimulation und die Anzahl der entnehmbaren Eizellen auswirken, doch das Ergebnis einer assistierten Reproduktionsbehandlung hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dabei spielen insbesondere das Alter und die Qualität der Eizellen eine wichtige Rolle, weshalb die Erfolgswahrscheinlichkeit vom Facharzt individuell beurteilt werden muss.

Bedeutet eine geringe Anzahl an Follikeln, dass die Eizellen von schlechter Qualität sind?

Nein. Die Anzahl und die Qualität der Eizellen sind zwei unterschiedliche Aspekte. Eine reduzierte Follikelanzahl deutet auf eine geringere Anzahl verfügbarer Follikel hin, während die Eizellenqualität vor allem vom Alter abhängt und nicht einfach anhand des AMH-Werts oder der Follikelanzahl bestimmt werden kann.

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